Rudi denkt...

Ich würde schon einmal die Lesung in der Kirche machen aber…
Da gibt es noch den langen Nachsatz und ich habe Angst, mich zu versprechen: 

…Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf all meinen Wegen…

Herr, dein Wort ist meines Weges Füße und ein Weg auf meiner Leuchte
Herr, dein Fuß ist meines Wortes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg
Herr, mein Licht ist deines Weges Fuß und ein Wort auf meiner Leuchte
Herr, dein Wort leuchtet auf deine Leuchte und fußt auf meinem Weg
Herr, dein Wort ist auf meinem Weg und leuchtet auf meinem Fuß
Herr, dein Licht ist meine Leuchte und fußt auf meinen Füßen
Herr, du fußt mein Wort und leuchtest auf meinen Weg
Herr, mein Wort ist meines Wege Leuchte und ein Licht auf meinen Füßen
Herr, dein Wort ist das Licht der Leuchte
Herr, das Licht leuchte auf die Füße und wegt die Worte
Herr, dein Licht wortet auf den Weg meiner Leuchte
Herr, dein Wirt ist meiner Worte leucht und
Herr, dein Licht leuchtet dein Wort

Herr, dein WORT

Rudi Burger

Als ich mich selbst zu lieben begann

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen. Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man authentisch sein. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich: Das nennt man Reife. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich: Das nennt man Ehrlichkeit. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus, aber heute weiß ich: Das ist Selbstliebe. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: Das nennt man Demut. Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstheit. Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, das mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit. Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: das ist das Leben!

Charlie Chaplin, an seinem 70.Geburtstag 1959

 

Vor kurzem beim “Walken”,

kam mir der Psalm “Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg” unter. Wie ich so gehe, es war am Morgen und rund um mich noch ruhig. Jeder Schritt, den ich so mache hat eine kleine Leuchte - der Fuß weiß immer wohin er steigen kann. “Und”, so dachte ich weiter, “wenn ich den Kopf hebe, sehe ich Licht auf meinem Weg”. Es ist nicht nur der nächste Schritt erhellt, sondern der ganze Weg ist hell und freundlich. Ich merkte richtig, wie mir ein Lächeln ins Gesicht kam: ist das nicht eine große Zuversicht, dass ich das Versprechen habe: der Weg ist mit Licht erhellt?

Katja Jegorow-Matern

 

Da hat man auf einmal einen runden Geburtstag.

Im Vorfeld ist einem etwas mulmig; ist doch so ein Datum auch immer ein bißchen begleitet mit Gedanken wie „Wo stehe ich?“, „Was habe ich geschaffen?“, „Wieviel Zeit bleibt mir noch?“ Aber dann lässt man sich doch ein auf´s Feiern und auf´s Reflektieren. Ist doch so ein Anlass auch ein „Zurückschauen“ auf gute und weniger gute Zeiten. Ein Begreifen, dass Gott immer da war. Dank, dass Gott einem schon solange begleitet, soweit gebracht hat. Dass es Gott so gut meint mit einem, dass Er so viele nette und aufrichtige Wegbegleiter geschickt hat. Plötzlich überwiegt die Freude und das aufrichtige Danke.

Katja Jegorow-Matern

 

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